Vaseys große Reise über den Kanal

Hello friends. My name is Vasey and now I live in England. Mein Englisch ist leider noch nicht so gut, aber ich lerne noch.

Wenn mir jemand vor 3 Jahren erzählt hätte, dass ich mal Englisch lernen muss, oder dass ich gleich drei pudelige Geschwister bekomme, oder dass es mir überhaupt so wonderful geht, dann hätte ich das nicht geglaubt.

Leider bin ich von bösen Vermehrern in die Welt gebracht worden, an sich ja für mich ganz gut, weil ich ja nun am Leben bin, aber die ersten 1,5 Jahre waren böse Jahren für mich. Meistens musste ich in einer Garage sitzen und wurde an einem Heizkörper angebunden. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, was für ein Horror das für einen lebenslustigen und springlebendigen Welpen bedeutet. Aber ich will euch nicht DAVON erzählen, sondern wie es kam, dass ich nun Englisch lernen muss.

Habe ich euch schon erzählt, dass ich ein Pudel bin? Nein? Ok, ich bin also ein Kleinpudel – lustiger Weise gibt es diese in England überhaupt nicht, haha – bin nun fast 4,5 Jahre alt und silberfarben mit schwarzen Flecken. Silverpoint heißt die Farbe, sagt Mummy jedenfalls.

Also Pudel gibt es in diesem Land schon, und mit meinen Geschwistern gibt es nun sogar noch drei Zwergpudel mehr. Jedoch  nur Toypudel, Zwergpudel – die hier Miniature heißen und dann noch Standard Pudel… also die Großen. Nun, jetzt haben die Engländer mich sozusagen kurzerhand zu einem Standard Pudel gemacht… einem kleinen, aber immerhin.

Was ist toll an England? Auf jeden Fall mal, dass es hier nie so heiß aber auch nie so kalt wird wie in Deutschland. Das finden wir Pudel cool, Mummy vermisst manchmal den Schnee, aber sonst findet sie das Wetter im Großen und Ganzen auch angenehmer. Sie meint umso älter sie wird, umso weniger heiß braucht sie es. Also da kann ich nur zustimmen.

Wir haben hier mittlerweile ein tolles Haus und einen super schönen Garten und, naja, leben am Meer. Das ist zwar meistens weit Draußen, aber dafür ist dann der Strand breiter. Wenn wir am Strand sind können wir rennen und toben ohne Ende und fast immer ist sonst überhaupt niemand dort. Manchmal frage ich mich, wo die Engländer sind! Na jedenfalls nicht am Strand.

Aber in den Hügeln waren sie auch nicht. Da waren nur Schafe und das war doof, weil wir darum immerzu an der Leine gehen mussten. Könnt ihr euch das vorstellen, nicht an der Leine bedeutet, der Farmer darf euch einfach so erschießen. Auch wenn ihr brav seid und die blöden Schafe euch überhaupt nicht interessieren, oder ihr ganz nah bei eurer Mummy bleibt. Mummy fand das immer furchtbar beängstigend.

Wir haben am Anfang, kurz nachdem wir nach England umgezogen sind, im Peak District gelebt, Landschaftlich wirklich einzigartig (Originalton Mummy) und eigentlich, da die Engländer auch dort nie in der Landschaft zu sehen waren und es also Menschenleer in der Natur war, wäre es wirklich ein Paradies gewesen. Aber die Schafe!! Genau, diese blöden Schafe überall. Die waren wirklich überall und im Frühling waren dann noch die Lämmchen da, ganz schön süß, doch die Farmer waren in der Zeit noch viiiiel gefährlicher.

Ja, diese Engländer sind schon sehr eigenartig. Alles müssen sie irgendwie anders machen als der Rest der Welt. Fahren auf der falschen Seite, haben ganz andere Steckdosen als der Rest von Europa (oder vielleicht der Welt?), die Pflanzen von den Grundstücken dürfen ganz frei über den Zaun wuchern und manchmal komplett den Gehweg unbegehbar machen. Die Engländer haben auch anderes Geld als wir in Europa und das heißt so wie ein Gewicht in Deutschland. Haha. Sehr, sehr komisch alles. Dann muss man irgendwie immer über das Wetter reden. Obwohl ja eigentlich nichts Besonderes passiert. 10 Grad Durchschnittstemperatur das ganze Jahr, mal mit, mal ohne Regen und Wind. Mhhhh?? Wieso also darüber reden?

Aber das Dummeste (kann man das so sagen?), das sind die Einreisebestimmungen für Tiere. Du kannst zb. nach Spanien, nach Frankreich, nach Südafrika und wahrscheinlich auch nach Timbuktu…  also wenn du es wolltest. Kein Problem, deine Mummy bucht einen Flug und wenn du klein genug bist, darfst du sogar bei deiner Mummy auf dem Schoß fliegen.

Selbstredend hast du alle Impfungen und der Urlaub oder der Umzug kann losgehen. Aber natürlich nicht nach England. Da ist alles viiiiiel komplizierter und per Flugzeug geht nur per Tiertransport und dann auch noch Cargo, nach London, danach über Land, bis sie dich zu Hause abgeben können. Kostet für einen „kleinen Standard-Pudel“ von ca. 12kg wie mich, mal schlappe 1700€ Transportkosten.

Also dann musst du nun also umziehen mit dem Auto, du musst wahnsinnig weit fahren und dann durch den Eurotunnel oder mit der Fähre auf die Insel.  Fähre ist auch ganz doof, da darfst du auch nicht aussteigen, da muss dich deine Mummy dann die ganze Zeit ganz alleine unten im Schiffskeller im Auto lassen und darf noch nicht mal gucken, ob es dir gut geht.

Und WEHE irgendetwas stimmt mit deinem Impfpass nicht! WEHE dein Tierarzt hat einen Aufkleber an der falschen Stelle gemacht, irgendwas nicht laminiert, perforiert oder gepiekt oder  irgendeine Eintragung falsch geschrieben oder oder oder ….

Ja, so crazy sind die Engländer. Machen alles unnötig kompliziert und es kann auch sein, dass sich die Bestimmungen kurzfristig ändern und alles noch schwerer machen, natürlich haben sie auch schon mal was leichter gemacht – z.B. ist die Quarantäne gestrichen. Trotzdem ist es komisch und very kompliziert.

Sonst gibt es lustigerweise kaum Bestimmungen und Regeln, jedenfalls eigentlich viel weniger als in Deutschland und die Engländer finden sich deshalb „weniger bürokratisch“ als die Germans.

Du kannst immer Lärm machen, Sonntags Rasen mähen, die Gehwege zu parken, deine Bäume wuchern lassen und immer irgendwo einkaufen… 24 Stunden und auch an den Feiertagen. Nur bei der Tiereinreise stellen sie sich an. Echt komisch.

Also solltest du vor haben auf diese Insel zu reisen, dann überprüfe alles dreimal und viermal und fünfmal. Besser ist das, sonst darfst du auch nicht mit…. So wie wir… als wir nach dem Umzugstag am nächsten Morgen, nach mehr als 1000km Fahrt, völlig übermüdet um 3 Uhr morgens an der Fähre ankamen. Aber das ist dann eine andere Geschichte und die wird euch mein kleiner Bruder später erzählen. Habt einen schönen Tag, ihr Lieben.

Fröhlich gelockte Grüße

Vasey Woolmouse

2 thoughts on “Vaseys große Reise über den Kanal

  1. wandklex Ingrid Heuser

    Hello, Vasey!
    Liest sich als ob unterm Strich die Engländer gar nicht so übel sind und Du ziemlich glücklich bist.
    Danke für diesen schönen Bericht! (Ich hab sowieso ein Faible für Pudel, aber das wisst Ihr ja schon. Bin familiär positiv vorbelastet, der war übrigens auch ein Kleinpudel, genau wie Du, der Leo, und ich vermisse ihn schrecklich, auch wenn ich natürlich jetzt auch einen megatollen Hund habe – einen britischen Hütenhund noch dazu 😀
    Ich freu mich schon auf die Erzählungen Deines Bruders.
    Viele flauschige Grüße, Deine wandklex Ingrid

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  2. buddyschreibt

    Hallo Vasey, was für ein schöner Bericht. Fast wäre ich auch mal ein UK dog geworden – wir hatten doch tatsächlich auch überlegt, nach England zu ziehen. Deine Beschreibung vor allem von Meer und Strand hat kurz ein wenig Sehnsucht wieder aufflackern lassen. Lass es dir gut gehen, es hört sich an, als hättest du schon viel blödes hinter dich gebracht. Wir sind gespannt auf die Erzählung deines Bruders! Kisses, Buddy

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Einfach lostipseln... aber bitte lieb sein ;)