Sinn oder Unsinn des Hundemantels

      3 Kommentare zu Sinn oder Unsinn des Hundemantels

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Die Diskussion könnte man ewig führen. Ein Hund stammt vom Wolf ab und hat schließlich ein Fell. Soweit stimme ich zu. Aber die heutigen Hunde leben größtenteils im Haus und bauen kein so dickes Winterfell auf, wie ein rein außen gehaltener Hund. Sie müssen nicht den ganzen Tag draußen verbringen und sind hauptsächlich – bis auf kurze Zeiten – im geheizten Innern.

Unterschiedliches Fell

Mittlerweile gibt es so viele Rassen und daraus resultierende Mixe, dass man nicht auf Anhieb auf die Wolfsverwandschaft kommt. Beleuchten wir mal verschiedene Fellvariationen unserer vierpfotigen Freunde.

Schlittenhunde

Beim Schlittenhund ist die Wolfsverwandschaft deutlich sichtbar. Das Fell ist dick und bestens für kalte Temperaturen ausgerüstet. Ein Husky bspw. legt sich leidenschaftlich gerne in den Schnee und friert auch sicher nicht schnell. Durch die Hohlfasern speichert er die Körperwärme optimal und das dicke Deckhaar ist größtenteils wasserabweisend. Ein Husky wird nicht so schnell nass, selbst wenn er durch den Regen läuft. Bis da mal Wasser auf der Hundehaut ankommt, ist es gut gewärmt, selbst wenn es sich um Eisregen handelt. Huskys sind speziell für die Arbeit im Schnee und bei großer Kälte gezüchtet. Bei einem Husky oder huskyartigen Hund ist ein Mantel nur aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll – bspw. nach einer Operation oder rheumatischen bzw. arthritischen Erkrankungen.

Hütehunde

Bei den Hütehunden gibt es viele Variationen, aber alle – mir bekannten – haben die gleichen Felleigenschaften. Langes bzw. stockhaariges Deckhaar und dickes Unterfell. In der Struktur ähnlich wie beim Husky, nur nicht ganz so ausgeprägt. Sie frieren nicht sonderlich schnell und sind für die Außenarbeit gedacht. Eine Schafherde möchte auch bei „Sauwetter“ gehütet werden und daher müssen die Hütehunde wettermäßig Allrounder sein.

Windhunde

Windhunde sind Jagdhunde und für die recht kurze und hochenergetische Hochleistungsarbeit gezüchtet. Ein Windhund ist blitzschnell, leicht gebaut und ohne ein Gramm Fett. Er hat auch kein besonders dichtes Fell, da er dieses in seinem Heimatland nicht benötigt. Ein Windhund friert auch bei einstelligen Plusgraden schon und muss daher bereits frühzeitig gewärmt werden, damit er sich nicht erkältet oder Muskelverletzungen durch die ausgekühlte Muskulatur davon trägt.

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Kleinhunde

Kleine Hunde (wie die süßen Models vom Yorkshire-Terrier-Blog)  haben eine geringe Bodenfreiheit und nehmen die Kälte direkt vom Boden auf. Da sind keine langen Beine dazwischen, die ein bisschen Abstand dazwischen bringen und die Kälte eines gefrorenen Bodens ist deutlich kälter als die Lufttemperatur. Selbst wenn viele von den kleineren Hunden ziemliches Puschelfell haben, sie sind definitiv in den wenigsten Fällen für den Außeneinsatz gedacht. Für kleine Hunde ist ein Mantel daher nicht nur ein modisches Accessoire, sondern für die Gesunderhaltung unerlässlich. Ab welcher Temperatur hängt vom jeweiligen Hund ab.

Kurzfellige Lauf- und Jagdhunde

Der erste, der mir hierzu einfällt ist natürlich der gepunktete Kandidat. Ich spreche natürlich vom Dalmatiner. Ein Dalmi-Frauchen hat heute zu mir gesagt, dass ihr Punktemädel im „T-Shirt“ unterwegs ist und deshalb bei kalter Witterung einen Mantel trägt. Wenn sie schnell in Bewegung ist beim Joggen oder Walken zum Beispiel, dann braucht sie keinen Mantel, aber sobald Pausen dabei sind oder die Aufwärmgeschwindigkeit nicht ausreicht, friert das Punktemädel ganz schnell. Aber auch die Schnüffelexperten Beagle, Foxhound und Bloodhound  sind nicht grade mit einem dichten Unterfell gesegnet.

Gesundheitliche Gründe

Gesundheitliche Gründe für einen Hundemandel gibt es viele. Ältere Hunde haben keinen so guten Stoffwechsel mehr und haben auch keinen guten „Wärmeaustauscher“ mehr. Viele Hunde leiden an Spondylose und da tut ihnen die Wärme an den betroffenen Wirbeln gut. Aber auch nach Operationen, Verletzungen oder Erkrankungen ist es gut, wenn ein Hundekörper warm gehalten wird. Sobald die natürliche Beweglichkeit eingeschränkt ist, besteht die Gefahr von Folgeerkrankungen. Doch auch Sporthunde sollten nach einer anstrengenden Trainingseinheit warm gehalten werden. Unsereiner zieht sich ja nach dem Training auch eine warme Jacke drüber und bleibt nicht im verschwitzten und luftigen Outfit in der Kälte stehen. Warum sollten unsere Hunde das also müssen?

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Shiva Wuschelmädchen

Mein Wuschelmädchen trägt bei Minustemperaturen oder  kaltfeuchter Witterung einen Mantel, damit sie nicht auskühlt. Da die Motte ein kleiner Tollpatsch ist und öfter mal über was drüber fliegt oder von was runterfällt, verletzt sie sich gerne mal. Seit sie bei mir ist, hat sie Schnappsehnen an den Ellenbogen und zusätzlich noch eine instabile Hüfte und außerdem springt gerne mal ein Rückenwirbel aus der korrekten Position. (Liegt aber nicht an mir! Das wurde nur gleich bei einer Routineuntersuchung festgestellt.) Damit meine Kleine optimal versorgt ist, trägt sie im Winter einen Mantel und wir gehen regelmäßig zur Physiotherapie.

Über das Thema haben noch viele meiner Bloggerfreunde geschrieben. Hier sind sie mal völlig unsortiert aufgelistet.

Chaostrickser Alfi

Schnüffelinspektor Timmy

Tiergesundheit Weserbergland

Yorkshire-Terrier-Blog

Weitere sind grade dran, denn… der Winter kommt sicher zurück.

Bleibt gesund und fit!

Flauschige Grüße

Sandra Wuschelfrauchen

3 thoughts on “Sinn oder Unsinn des Hundemantels

  1. Sabine Ehrler-Kaiser

    Ich brauch auch ein Mantel, bin ein Pudel und hab keine Unterwolle, und frier total schnell.

    Reply

Einfach lostipseln... aber bitte lieb sein ;)